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16.01.2018Spielbericht NLA

Schmerzhafte Niederlage für das Thuner Fanionteam

Der aufmerksame Zuschauer, welcher sich vor dem Betreten der MUR Halle noch schnell mit der Tabellensituation der NLA vertraut machte, merkte relativ schnell, dass für das Thuner Fanionteam ein sehr wegweisendes Spiel anstand. Mit einem Sieg hätte man punktemässig zum Gegner aus Uster aufschliessen können und wäre so auf Schlagdistanz zu den Playoffplätzen gekommen.

Umkämpftes Startdrittel
Man spürte von Beginn weg, dass es um einiges ging. Beide Teams versuchten schon früh in den Zweikämpfen Präsenz zu markieren. Die ersten 20 Minuten waren hart umkämpft und geprägt von vielen kleinen Fouls. Nach 9 Minuten konnte das Heimteam erstmals jubeln. Michael Fankhauser brachte sein Team mit einem satten Schuss im Powerplay mit 1:0 in Führung. Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse plötzlich. Zuerst glich Uster die Partie aus, nur 15 Sekunden später gelang den Thunern aber der erneute Führungstreffer. Mit diesem Resultat ging es wenig später in die erste Pause. Dies gab den Spielern die Möglichkeit sich bei einem Pausentee etwas zu beruhigen und sich auf die nächsten 20 Minuten zu fokussieren.

Ereignisreiches zweites Drittel
Die Ustermer erwischten den besseren Start ins zweite Drittel. Nach einer schönen Passstafette musste Tobias Ledergerber vor dem Tor nur noch einschieben. Die Freude der Gäste war aber wiederum nur von kurzer Dauer. Erneut konnten die Thuner noch in der selben Spielminute wieder in Führung gehen. Die Partie forderte weiterhin von allen Beteiligten vollste Konzentration. Der erwähnte Pausentee verfehlte seine Wirkung vollkommen und die Partie wurde immer hektischer. Die beiden Schiedsrichterinnen hatten alle Hände voll zu tun und mussten enorm aufmerksam sein, damit ihnen die Partie nicht entglitt. In der 29. Minute lief das ganze dann aus dem Ruder. Ein Abschluss eines Ustermer und das anschliessende Nachschlagen diverser Spieler führte vor dem Thuner Tor zu einer Rudelbildung. Dabei kam es nicht nur zu verbalen Auseinandersetzungen, sondern auch zu einigen Handgreiflichkeiten. Jürg Götti wurde getroffen und ging dabei zu Boden. Das Schiedsrichterinnengespann zögerte keine Sekunden und zeigte dem Täter die Ampel Karte. Dies führte dazu, dass die Berner Oberländer für die nächsten fünf Minuten mit einem Mann mehr agieren konnten. Mit der 3:2 Führung im Rücken hatten die Thuner somit die Chance die Partie bereits jetzt in vorentscheidende Bahnen zu lenken. Es kam aber ganz anders. Statt Tore für das Heimteam musste das Publikum mitansehen, wie die Ustermer in der 30. Minuten den 3:3 Ausgleich schossen. Auch in den folgenden Minuten beruhigte sich das Geschehen nicht. Viele unnötige Ballverluste in der Mittelzone führten zu einem offenen Schlagabtausch. Tore fielen aber keine mehr und so ging es mit 3:3 in die zweite Pause.

«Wär d Gou nid macht dä bechuntsä»
Ein starker Siegeswille und eine gewisse Abgeklärtheit mussten die Thuner nun an den Tag legen, wenn sie als Sieger aus dieser Partie hervorgehen wollten. Am Spielgeschehen änderte sich nur unmerklich etwas. Defensive, dann ab in die Offensive und gleich wieder zurück in die Defensive. Etwa so mussten sich die Einsätze für die Spieler angefühlt haben. Dieses Hin und Her führte dazu, dass beide Teams ihre Möglichkeiten zum Führungstreffer hatten. In der 48. Minute war es dann Marcel Obi, welcher die Thuner erlöste und zur 4:3 Führung einschoss. Anschliessend zogen sich die Thuner etwas mehr zurück und gaben den Ustermer so mehr Ballbesitz. Die Berner Oberländer spielten nun vermehrt auf Konter. Dieser Plan ging eigentlich auf, wäre da nicht die Krankheit „ungenügende Chancenauswertung“, mit welcher sich die Thuner schon die gesamte Saison herumschlagen. Gleich mehrere Spieler vergaben hochkarätige Torchancen. So blieben die Gäste aus Uster im Spiel. In der 57. Minute nutzten sie halt eine ihrer Gelegenheiten und trafen zum 4:4. Nur gerade eine Minute später kam es für das Heimteam noch schlimmer. Die Thuner studierten wohl noch am erhaltenen Gegentor nach und kassierten in der 58. Minute den fünften Gegentreffer. Die etwas geschockten Berner Oberländer konnten anschliessend nicht mehr reagieren und verlieren am Ende mit 4:5.

Obwohl die Thuner über weite Strecken des Spiels führten, stehen sie am Ende ohne Punkte da. Somit müssen die Berner Oberländer einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Bereits am nächsten Samstag gibt es die nächste Möglichkeit auf Punkte. Da spielen die Thuner auswärts beim Aufsteiger Zug United.